Im vergangenen Monat (Juni 2020) lag die offizielle Inflationsrate in Deutschland lediglich bei 0,9 Prozent. Im Monat zuvor, also im Mai 2020, betrug das Niveau der Inflation sogar nur 0,6 Prozent. Es gibt jedoch einige Experten und Wirtschaftsfachleute, die davon ausgehen, dass die offiziellen Inflationszahlen zu niedrig angesetzt sind. Dazu gehört unter anderem auch Dr. Karl-Friedrich Israel, seines Zeichens wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wirtschaftspolitik an der Universität Leipzig.

Definition der Inflation hat sich verändert

Experten wie Dr. Karl-Friedrich Israel, der unter anderem Volkswirtschaftslehre an der Humboldt Universität zu Berlin sowie in Oxford studiert hat, sind aktuell der Auffassung, dass die eigentliche Inflationsrate in Deutschland höher als die offiziell genannten Zahlen ist. Ein Grund dürfte darin bestehen, dass sich die Definition des Begriffs Inflation in den letzten Jahrzehnten verändert hat. 

Die ursprüngliche Beschreibung stellt sich nämlich so dar, dass mit dem Begriff Inflation ausschließlich eine Geldmengenausweitung benannt wird. Daraus leitet sich übrigens auch der Begriff „Inflation“ ab, der soviel wie Aufblähen bedeutet. Im klassischen Sinne wird mit der Inflation demzufolge das Ansteigen der Geldmenge bezeichnet, sodass es sich um eine sehr eindeutige Beschreibung des Vorgangs und des Begriffs der Inflation handelt.

Heutzutage wird Inflation jedoch etwas anders definiert. Es wird davon ausgegangen, dass die Ausweitung der Geldmenge oft dazu führt, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen ansteigen. Daraus resultiert der Mechanismus, dass bei einer deutlich ausgeweiteten Geldmenge nahezu automatisch Waren und Services, beispielsweise die der Handwerker, teuer werden. Damit unterscheiden sich die Definitionen der klassischen und der heute in der Praxis beschriebenen Inflation.

Messung der Inflationsrate heutzutage ungenau

Aus dieser veränderten Definition der Inflation resultiert, dass die Messung der heutigen Inflationszahlen ungenauer als zu früheren Zeiten sind. Beschrieb die Inflation lediglich noch die Ausweitung der Geldmenge, war sie eindeutig besser messbar. Man musste sich nur betrachten, um wie viel Prozent die Geldmenge M1 seitens der Zentral- und Geschäftsbanken ausgeweitet wurde. Diese Ausweitung betrug beispielsweise im vergangenen Jahr sieben Prozent (M1), jedoch lag die Inflationsrate auf einem deutlich geringeren Niveau – zumindest die offiziell angegebene Zahl.

Das Problem der aktuellen Definition der Inflation besteht darin, dass sich die Preissteigerungsrate wesentlich schlechter und ungenauer messen lässt. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass heute – nicht wie früher – die Ausweitung der Geldmenge nicht die einzige Messgröße ist. Stattdessen kommen zusätzlich viele Tausend Daten hinzu, nämlich die Preise für Waren und Dienstleistungen. Während bei manchen Gütern und Dienstleistungen die Preise ansteigen, sind andere Waren und Services eher durch fallende Preise gekennzeichnet. 

Daraus ergibt sich das Problem, dass sich diese vielen Preisveränderungen tausender Güter und Services kaum einigermaßen genau zusammenfassen lassen. Die vorherige Erklärung führt dazu, dass es anscheinend kein fehlerfreies Verfahren gibt, um die Inflationsrate nach aktueller Definition genau zu ermitteln. Stattdessen basiert zumindest ein Teil der veröffentlichen Inflationszahlen auf Annahmen, wie auch Dr. Karl-Friedrich Israel unterstreicht.

Inflationsrate eigentlich bei etwa 6 %?

Im vergangenen Jahr wurde seitens der EU-Kommission eine Umfrage durchgeführt, die sich auf die sogenannte Inflationswahrnehmung bezieht. Dabei gaben die Teilnehmer im Durchschnitt an, dass sie eine Inflationsrate von 5,7 Prozent wahrnehmen würden. Dies allerdings bedeutet eine Differenz zur damals veröffentlichen Inflationsrate (1,2%) von exakt 4,5 Prozentpunkten. Ist es also nachvollziehbar, dass die offiziell angegebene Inflationsrate (deutlich) zu niedrig ist? 

Tatsächlich spricht zum Beispiel für diese Annahme, dass in der offiziellen Inflationsrate lediglich die Konsumgüterpreise enthalten sind. Außerhalb des Konsumgüterpreises finden sich am Markt allerdings zum Teil wesentlich höhere Preissteigerungen und somit Inflationsraten, wie es zum Beispiel innerhalb des sogenannten Vermögenspreiseindex gemessen wird. 

Dieser war im vergangenen Jahr in der EU auf über sechs Prozent gestiegen, in Deutschland alleine sogar um rund acht Prozent. Da die Konsumgüterpreise jedoch deutlich langsamer steigen, ist dies durchaus eine Erklärung dafür, dass die offiziell angegebene Inflationsrate wesentlich geringer als die gefühlte und voraussichtlich die „echte“ Inflationsrate ist. Was bedeutet dies nun für Verbraucher und vor allem für Anleger?

Inflationsschutz: Gold noch attraktiver als ohnehin schon

Aktuell befindet sich der Goldpreis auf einem Rekordniveau von rund 1.930 US-Dollar. Immer mehr Anleger schichten ihr Kapital in Edelmetalle um, weil Gold und Silber als bekannte Krisenwährung gelten und viele Anleger aktuell Angst vor einer drohende erheblichen Wirtschaftskrise aufgrund der Coronakrise haben. Hinzu kommt die Niedrigzinsphase, sodass Gold für Investoren äußerst attraktiv ist. Meistens sind es die folgenden Vorteile, die bei der Anlage in Gold genannt werden:

  • Krisensicherheit
  • Wertstabilität
  • Durchschnittlich gute Rendite
  • Inflationsschutz

Insbesondere der letzte Punkt ist im Hinblick auf die bisherigen Ausführungen sehr interessant. Den Inflationsschutz als großen Vorteil der Edelmetalle vernachlässigen manche Anleger derzeit nämlich und entscheiden sich vielleicht nur aufgrund dieser Tatsache gegen das Investment in Edelmetalle. Wenn man natürlich von einer offiziellen Inflationsrate von derzeit 0,9 Prozent ausgeht, würde der Inflationsschutz des Goldes tatsächlich eine untergeordnete Rolle spielen. Wie Sie jedoch in unserem Beitrag erfahren haben, gibt es einige Experten, welche die Auffassung vertreten, dass die eigentliche Inflationsrate vielleicht sogar bei vier bis sechs Prozent liegt. Dann jedoch käme der Eigenschaft des Inflationsschutzes, die das Gold besitzt, eine viel größere Bedeutung zu.

Physische Anlage in Gold empfehlenswert

Vor dem Hintergrund einer vermutlich zu niedrig angesetzten offiziellen Inflationsrate ist Gold für Anleger noch attraktiver. Dies gilt insbesondere für das physische Investment in Edelmetalle, welches zum Beispiel Noble Metal Factory seinen Kunden anbietet. Bei der NFM OHG können Sie zum Beispiel über das Produkt Lagergold in das Edelmetall investieren. 

Der große Vorteil besteht für Anleger darin, dass sie sich nicht selbst um die Verwaltung und Verwahrung ihrer Goldbarren kümmern müssen, denn dies übernimmt NMF. Die meisten der Hochsicherheitstresore, in der auch Ihre Bestände an Gold gelagert würden, befinden sich am sichersten Lagerort der Welt: die Schweiz. 

Per NMF Lagergold haben Anleger demnach die Möglichkeit, neben den zahlreichen weiteren Vorteilen der physischen Anlage in Edelmetalle auch den anscheinend derzeit noch bedeutsamer als gedachten Inflationsschutz im Rahmen der Kapitalanlage zu nutzen.

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