Einmaliger Goldkauf oder Sparplan – was bringt am Ende mehr?

Gold ist eine hervorragende Anlageform zur Sicherung des eigenen Vermögens. Für die meisten Anleger steht dabei nicht ein kurzfristiger Gewinn im Vordergrund, sondern eine langfristige Schutzwirkung. Und natürlich auch die Liquidität in Krisenzeiten. Deshalb ist der Preis zum Zeitpunkt des Kaufs von Goldbarren oder -münzen weit weniger wichtig als beispielsweise bei spekulativen Aktien-Investments. Zugleich möchte verständlicherweise niemand unnötig viel Geld ausgeben und es gibt auch immer wieder Phasen, in denen Gold recht günstig zu haben ist. Doch was bringt langfristig eigentlich mehr: ein einmaliger Goldkauf oder ein Sparplan?

Die beiden Alternativen: Einzelkauf oder regelmäßiger Golderwerb

Wer sich für die Anschaffung von Gold als sicheres Investment entschieden hat, steht grundsätzlich vor der Frage: Einzelkauf oder regelmäßiger Golderwerb? Hierbei spielt neben der eigenen finanziellen Situation auch die bestmögliche Vermögensentwicklung eine Rolle.

Vielfach wird Interessenten angesichts des schwankenden Goldpreises eher zu einem Sparplan, also zum regelmäßigen Kauf kleinerer Goldmengen, geraten. Begründet wird diese Empfehlung mit dem sogenannten Cost-Average-Effekt. Der Cost-Average-Effekt(„Durchschnittskosteneffekt“) bewirkt, dass bei einem Sparplan mit fester Rate (z. B. 100 EUR pro Monat) je nach aktuellem Goldpreis mal mehr und mal weniger Gold erworben wird. Anders als beim Kauf von einer festen Menge Gold (z. B. 1 Unze) lassen sich – so die Anlageberater – Schwankungen des Kurses auf diese Weise gut ausgleichen und günstigere Phasen positiv nutzen. Doch ist diese Empfehlung in der Realität tatsächlich richtig?

Der Cost-Average-Effekt an einem Beispiel erklärt

Um es ein wenig anschaulich zu machen, wollen wir uns den Cost-Average-Effekt an einem kurzen Beispiel ansehen:

Angenommen es gibt zwei Brüder, die sich beide für ein Edelmetall-Investment entschieden haben. Georg erwirbt im Rahmen eines Einmalkaufs am 1. Januar 2010 Gold im Wert von 10.300 EUR. Er erhält für diesen Betrag genau 409 Gramm Gold. Sein Bruder Frank beginnt zum selben Zeitpunkt mit einem Sparplan und steckt Monat für Monat 100 EUR in den Erwerb des wertvollen Edelmetalls. Am 1. Juli 2018 hat Frank durch seine monatlichen Zahlungen den gleichen Betrag investiert wie sein Bruder Georg. Allerdings hat Frank bis zu diesem Tag nur 303 Gramm Gold zusammengespart – 106 Gramm weniger als Georg! Ein deutlicher Vorteil der Einmalanlage und ein klares Signal gegen den Cost-Average-Effekt also. Aber ist das immer so?

Einstiegszeitpunkt ist entscheidend

Um zu beurteilen, ob sich eine Einmalanlage wirklich immer auszahlt, bleiben wir noch einen Moment bei Georg und Frank und verändern ihren Einstiegszeitpunkt in das Gold-Investment:

Nehmen wir also an, Georg hat erst am 1. Januar 2013 sein Gold gekauft und hierfür 6.700 EUR angelegt. Hierfür erhielt er 165 Gramm Gold. Frank startete zur selben Zeit seinen 100-EUR-Sparplan. Am 1. Juli 2018 hat Frank 200 Gramm Gold zusammengespart und liegt damit gegenüber seinem Bruder mit 35 Gramm Gold deutlich im Plus. Hier greift der Cost-Average-Effekt in positiver Weise. Da dies aber nicht immer so ist, muss gesagt werden: der Einstiegszeitpunkt ist ganz wesentlich für das Ergebnis!

Die Wirkung des Cost-Average-Effekts kann nicht vorausgesagt werden

Wie uns das Beispiel mit Georg und Frank gezeigt hat, sind je nach Zeitpunkt völlig andere Ergebnisse möglich. Ob der Cost-Average-Effektsich wirklich positiv auswirken wird, lässt sich angesichts des schwankenden und von vielen Faktoren abhängigen Goldpreises nicht voraussagen. Zudem kennt auch niemand den optimalen Einstiegszeitpunkt für ein Edelmetall-Investment. Was aber grundsätzlich empfohlen werden kann, ist eine Mischung aus Einmalanlage und Sparplan. So lassen sich langfristig die besten Chancen auf einen guten Durchschnittspreis erzielen.

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